TECHNISCHE PARADIESE. Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts

Die großen technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts, die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt, die Fotografie, die Telegrafie und dann Telefonie, das Automobil, – all das kam relativ rasch im damaligen Alltag an. Die Menschen wussten oft nicht, wie sie den weltgeschichtlichen Neuankömmling Maschine einordnen sollten: als eine Art Tier (»Dampfross«), als halbmenschlichen Automaten, als himmlische (oder frühsozialistische) Erlösung von körperlicher Arbeit, als Frevel an der Natur oder mythischen Fluch? In dieser Lage vollbrachten die Blätter der großen europäischen Karikaturisten Heath, Cruikshank, Grandville, Daumier, Busch, Kley und Robida eine paradoxe kulturelle Integrationsleistung: Annäherung durch Ablehnung. Durch Spott und mutwillig schräge Vergleiche eignete die Karikatur sich die epochale Neuheit Maschine als feuerspeienden Drachen, eiserne Spinne oder Benzinhengst an. Als Kunst für das Aktuelle und für ein großes Publikum begleitete die Karikatur den revolutionären Aufstieg der Maschine von Nahem.
Mit Beiträgen von Dieter Ante, Florian Bettel, Mirjam Elburn, Eberhard Illner, Heike Ising-Alms, Rudolf Josche, Alexander Kunkel, Kurt Möser, Barbara Wagner, Matthias Winzen.

Herausgegeben von Eberhard Illner,  Matthias Winzen
Erschienen in Athena Verlag
304 Seiten, gebunden, 19 Euro

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