KRIEG SPIELEN. Kunst und Propaganda vor dem Ersten Weltkrieg

Krieg ist kein Spiel, aber die Vorbereitung auf einen Krieg oft schon. Der Erste Weltkrieg hatte, nicht nur in Deutschland, eine lange Vorlaufphase. Die Kinder bekamen Kriegsspielzeug und Matrosenanzüge geschenkt. Die militärischen Strategen spielten verschiedene Szenarien durch. Lobbygruppen spielten die Bedrohung Deutschlands durch seine europäischen Nachbarn hoch. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. spielte sich selbst, ohne seine Rolle als oberster Repräsentant der Nation auszufüllen. Das Attentat von Sarajewo führte zu internationalen Verwicklungen, nicht nur die deutsche Diplomatie spielte verrückt – das Spiel war aus, es wurde grausam ernst.
“Krieg spielen” – 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges verharmlost die Ausstellung mit Kinderspielzeug und Familienfotografien aus der Kaiserzeit die Katastrophe nicht. Indem sie nach der alltäglichen, spielerischen Gewöhnung an Feindbilder und Obrigkeitskult fragt, geht sie den Vorbedingungen nach.
Mit Beiträgen von Simone Demandt, Bernd Künzig, Tobias Mey, Peter Steinbach, Barbara Wagner, Matthias Winzen.

Herausgegeben von Matthias Winzen
Erschienen in Athena Verlag
248 Seiten, gebunden, 19 Euro

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