KINDHEIT. Eine Erfindung des 19. Jahrhunderts 

Kinder gab es nicht schon immer, jedenfalls nicht nach unserem heutigen Verständnis. Lange galten 9- oder 11-Jährige als zu kleine Erwachsene. In der Malerei der Romantik und des Biedermeier begegnen wir neuen Menschen. Aus den Gemälden schauen die Kinder neugierig oder versonnen hinaus in eine sich rapide verändernde Welt, deren eine große Neuheit sie selbst sind: Kinder, die sich entwickeln, lernen, die in emotionaler Beziehung zu ihren Eltern gezeigt werden, von denen sie Schutz und familiäre Geborgenheit erwarten können. Zusätzlich revolutioniert wird die damalige Gesellschaft durch die Schulpflicht. Neben der Erschließung technischer Energiequellen brachte das 19. Jahrhundert die Entdeckung einer mächtigen gesellschaftlichen Ressource: Kindheit als Zukunft, als dauernde Erneuerung der modernen Gesellschaft aus sich selbst heraus.
Mit Beiträgen von: Birgit Althans, Johannes Bilstein, Carsten Heinze, Bernd Künzig, Tobias Mey, Andreas Möller, Horst Schiffler, Barbara Wagner, Matthias Winzen.

Herausgegeben von Matthias Winzen
Erschienen in Athena Verlag
288 Seiten, gebunden, vergriffen

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