Ausstellungen

LUXUS. DIE LUST AM ÜBERFLUSS
24. OKTOBER 2026 – 6. JUNI 2027

Das Phänomen Luxus – oszillierend zwischen moralischer Verurteilung und ökonomischem Fortschritt – entfaltet seit der Antike eine ungebrochene Faszination. Doch was genau ist Luxus? Prunk, Glamour und materieller Reichtum oder vielmehr Zeit, Selbstbestimmung und Gesundheit? Da der Luxusbegriff zwischen materiellen und immateriellen Werten changiert, entzieht er sich einer starren Definition. Eine neue Sonderausstellung widmet sich dieser vielschichtigen Ambivalenz und nimmt die Transformation des Luxus von der Frühindustrialisierung bis zur Weimarer Republik in den Blick – eine Epoche, in der sich Luxus vom aristokratischen Privileg zum bürgerlichen Statussymbol wandelte. 

Anhand zentraler Themenfelder – von Kulinarik, Kolonialwaren, Mobilität und Architektur über Mode und Design bis hin zu Freizeit und Muße – entfaltet die Schau eine Genealogie des Überflusses an der Schwelle zur Moderne.  

Einst unbezahlbare, durch koloniale Ausbeutung gewonnene Importgüter entwickelten sich im Zuge der Industrialisierung zu Genussmitteln für die Masse. Parallel dazu verbreitete sich die aufkommende Haute Cuisine mit komplexen Rezepturen und raren Zutaten für ein finanzkräftiges Publikum. 

Mit dem Ausbau des Schienenverkehrs, der Automobilbranche und der Passagierschifffahrt entwickelte sich Mobilität zum zentralen Statussymbol. Legendäre Züge wie der Orient-Express und luxuriöse Ozeandampfer wie die Titanic beherrschten große Distanzen unter Bedingungen maximalen Komforts. In Kur- und Großstädten wuchsen prächtige Grandhotels zu temporären „Weltstädten im Kleinen“ heran. Sie boten glanzvolle Bühnen für eine internationale Elite.  

Auch die Modewelt erfuhr eine fundamentale Wandlung. Erste Modeschöpfer begründeten die Haute Couture. Pioniere wie Charles Frederick Worth (1825–1895) gaben fortan das Design eigener, saisonaler Kollektionen vor und leiteten eine moderne Markenmentalität ein. Gleichzeitig ermöglichten industrielle Fertigungsverfahren qualitativ hochwertige Konfektionskleidung und seriell gefertigten Schmuck. Das Aufkommen großer Kaufhäuser ab den 1850er-Jahren machte Mode und Luxusgüter für eine stetig wachsende Käuferschicht zugänglich. Demgegenüber schufen Meister des Jugendstils wie René Lalique (1860–1945) mit innovativen Materialien und handwerklicher Raffinesse exklusive Unikate. 

Mit der fortschreitenden materiellen Absicherung breiterer Bevölkerungsschichten veränderte sich die Wahrnehmung von Wohlstand. Luxus bedeutete nicht mehr nur Besitz, sondern zusehends die Freiheit zur selbstbestimmten Zeitgestaltung. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert blieb diese Souveränität über die eigene Zeit jedoch ein exklusives Privileg, das die Trennlinie zwischen ökonomischer Abhängigkeit und gesellschaftlicher Spitzenstellung zog.  

Ein besonderes Augenmerk der Ausstellung liegt auf der Kurstadt Baden-Baden, die sich in dieser Ära zum mondänen Treffpunkt einer kosmopolitischen Weltgesellschaft und zum Modebad von Weltrang entwickelte. 

Die Ausstellung vereint hochkarätige Exponate der Kunst-, Kultur- und Technikgeschichte, historische Gemälde, Grafiken und Fotografien aus den Bereichen Architektur, Kulinarik, Mode, Werbung sowie dem Verkehrswesen.  

Zu sehen sind bedeutende Arbeiten unter anderem von Abraham Hendricksz. van Beyeren (ca. 1620–1690), Jan Davidsz. de Heem (1606–1683/1684), Adolphine Herpp (1820–1882), Fritz Klingholz (1861–1921), René Lalique (1860–1945), Jakob Lehnen (1803–1847), Henri Manguin (1874–1949), Jeanne Paquin (1869–1936), Paul Poiret (1879–1944), Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976), Max Slevogt (1868–1932), Emmy Roth (1885–1942), Heinrich Vogeler (1872–1942) und Charles Frederick Worth (1825–1895). Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten eröffnet die Schau zugleich eine kritische Perspektive auf die Mechanismen von Luxus und Reichtum heute. 

 

 

ARCHIV

VANITAS. DIE SCHÖNHEIT DES VERGÄNGLICHEN

Die Ausstellung setzt sich mit Werken zeitgenössischer Künstler mit einer Thematik auseinander, welche die Menschheit seit den frühesten Hochkulturen begleitet: der Vergänglichkeit, denn die Erfahrungen von Leben, Verfall und Tod, gehören zu den universellen Grundthemen menschlicher Existenz, sie begleiten den Menschen von seiner Geburt an bis zum Ende. Das Thema ist mit der Bibel verknüpft, [...]
28 März 2026 - 20 Sep. 2026
Ganzer Tag

MEMORY OF COLORS. JAIME OCAMPO-RANGEL

27. SEPTEMBER 2025 – 08. MÄRZ 2026 Der kolumbianische Fotograf Jaime Ocampo-Rangel dokumentiert kontinuierlich bedrohte ethnische Völker und Minderheiten weltweit. In seinem Lebenswerk „Memory of Colors“ porträtiert er seit dem Jahr 2000 Minoritäten in der für sie typischen Kleidung und der jeweils in ihrer Kultur dominierenden Farbe. Sein Kunstprojekt, das mittlerweile 40 Gruppen umfasst, wurde 2010 erstmals im UNESCO-Hauptquartier [...]
27 Sep. 2025 - 08 März 2026

Schöne Welt von morgen. Der Gestalter Louis L. Lepoix

Fasziniert von Technik und Ästhetik, unermüdlich in seinem Schaffensdrang, Visionär, Allrounder – Wer war der französische Industriedesigner Louis L. Lepoix (1918-1998)? Die meisten kennen seine Produkte, die wenigsten seinen Namen: Louis L. Lepoix (L3). Das Museum LA8. Museum für Kunst und Technik widmet sich nun in einer umfassenden Einzelausstellung Lepoixs mannigfaltiger Welt des Produktdesigns. Angesiedelt zwischen Funktionalismus [...]
08 Feb. 2025 - 10 Aug. 2025
Museum LA8
Lichtentaler Allee 8, 76530 Baden-Baden

HEILENDE KUNST. WEGE ZU EINEM BESSEREN LEBEN

Wer waren die Heilssuchenden, Sinnsucher*innen, Aussteiger*innen, die nach alternativen Lebensmodellen strebten und lebten? Welche Heilansätze griff die Kunst auf? Kann das Erleben von Natur heilsam sein? Kann Kunst heilen? Ausgehend von der Bewegung der Lebensreform greift "Heilende Kunst. Wege zu einem besseren Leben" verschiedene Formen der Heilssuche in Kunst und Gesellschaft seit dem späten 19. Jahrhundert auf.
04 Mai 2024 - 12 Jan. 2025

CRIMINAL WOMEN. Eine Geschichte der weiblichen „Kriminalität“

Sei es die biblische Judith, die Holofernes köpft oder Charlotte Corday, die den französischen Revolutionären Jean-Paul Marat ersticht, weibliche Kriminelle polarisieren noch heute. Warum ist das so? Und warum wissen wir so wenig über sie? Die Ausstellung untersucht den facettenreichen Begriff einer „weiblichen Kriminalität“. Ausgehend von Darstellungen der Judith als einer Proto-Kriminellen wird die weibliche Kriminalität seit dem 19. Jahrhundert bis in die Zeit des National-sozialismus zwischen Kriminalisierung und Tatmotiv verortet. 
06 Mai 2023 - 29 Feb. 2024

SCHÖN UND GEFÄHRLICH. Die hohe See im 19. Jahrhundert

Wissenschaft und Technik erlaubten dem fortschrittlichen 19. Jahrhundert eine immer erfolgreichere Bändigung der Natur, medizinisch in der Bakteriologie, industriell durch Dampfmaschine und Elektrizität. Die biblische Aufgabe schien gelöst. Die ganze Welt konnte nun erforscht, erobert, erklärt, entzaubert werden. – Die ganze Welt? Nein! Auf hoher See tobte das große Drama zwischen zivilisatorischer Beherrschung und natürlicher Gewalt weiter
02 Juni 2021 - 27 Feb. 2022

BADEN IN SCHÖNHEIT

Idyllische Strände und elektrisches Wasserbad nach Friedrich Eduard Bilz (1842–1922), idealische Nacktheit und Bügelkorsett: Die Ausstellung zeigt, wie sich Kunst und Medizintechnik in der Bad-ekultur ergänzten. Berühmte Künstler wie Aristide Maillol (1861–1944), Christian Landenberger (1862–1927), Ludwig von Hofmann (1861–1945), Karl Albicker (1878–1961) und Sascha Schneider (1870–1927) feierten in ihren Skulpturen und Monumentalgemälden männliche und weibliche Nackte als ebenso natürliche wie ideale Gestalten am Wasser.
06 Juni 2020 - 28 Feb. 2021

WILHELM BUSCH. Bilder und Geschichten

Die Schau zeigt Wilhelm Busch (1832–1908) als den berühmten Schöpfer lustig-scharfsinniger Bildergeschichten und als fortschrittlich experimentellen Landschafts- und Porträtmaler
29 Sep. 2018 - 03 März 2019
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