PRESSEMATERIAL
Für Journalistinnen und Journalisten/die Presse bieten wir zu allen aktuellen Ausstellungen Bilder und Texte an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur in Zusammenhang mit der betreffenden Ausstellung veröffentlicht werden.
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28. MÄRZ 2026–20. SEPTEMBER 2026
Die Ausstellung setzt sich mit Werken zeitgenössischer Künstler mit einer Thematik auseinander, welche die Menschheit seit den frühesten Hochkulturen begleitet: der Vergänglichkeit, denn die Erfahrungen von Leben, Verfall und Tod, gehören zu den universellen Grundthemen menschlicher Existenz, sie begleiten den Menschen von seiner Geburt an bis zum Ende. Das Thema ist mit der Bibel verknüpft , Adam und Eva werden sterblich, weil sie von der verbotenen Frucht gekostet haben, somit auch alle Nachkommen. Im Buch Hiob, einem Teil der Weisheitsliteratur des Alten Testaments, findet sich der Vers: »Der Mensch, vom Weib geboren, lebt kurze Zeit… wie eine Blume geht er auf und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.« Vanitas bedeutet Vergänglichkeit und Vergänglichkeit bedeutet Verwandlung, stetige Veränderung.
Der französische Wissenschaftler Antoine Lavoisier schrieb 1789 den bedeutenden Satz: »Dans la nature rien ne se perd, rien ne se crée, tout se transforme«, was übersetzt bedeutet: »In der Natur geht nichts verloren, nichts wird geschaffen, alles verwandelt sich«. Diese philosophische Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit, die zunächst einen rein wissenschaftlichen Kern hatte, wird in den unterschiedlichen Stilepochen künstlerisch mit jeweils aktuellen Themen reflektiert und aufgearbeitet. Sie
spiegelt sich vor allem in der Malerei wider, wo sie mit einer Auswahl an Symbolen ästhetisch inszeniert wird. Die Malstile haben sich im Laufe der Zeit gewandelt, sind sie doch Ausdruck der jeweiligen Gesellschaft , in der sie entstanden sind, manche Symbole wiederum erscheinen mitunter auch in zeitgenössischen Werken. Anfänge sind in der Antike zu finden, Vergänglichkeit wird als fundamentale kosmische Ordnung betrachtet, im christlich geprägten Weltbild des Mittelalters sind es moralisch aufgeladene Themen vom Diesseits als Vorbereitung au das Jenseits, im Barock erreichen die Vanitas Darstellungen über die Dominanz des Stilllebens einen ersten Höhepunkt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema bleibt zeitübergreifend aktuell und vielschichtig, es geht stets um Leben und Tod, um Verfall, Entmaterialisierung, sowie um ökologische und ästhetische Reflexion.
Die ökologische und ästhetische Reflexion kommt in dieser Ausstellung mit dem Gesamtwerk »Metamorphosis« des Künstlerduos Silvia Eisele und Achim Großmann sehr beeindruckend zum Ausdruck. Eine auf 415 hoch ästhetischen Fotografen aufgebaute Installation der beiden Künstler, zeigt eindrücklich die Schönheit des Verfallsprozesses anhand von Streuobstäpfeln. Meisterhafte Apfelportraits dokumentieren chronologisch eindrücklich diese ungewöhnliche Ästhetik, die eigenen Parametern unterliegt. Es ist ein zentrales Element der kuratorischen Leitlinie. Mit ausgewählten Einzelwerken dieses Projekts ist das Künstlerduo in diesem Jahr zum 2. Mal in den Palazzo Mora zur Biennale nach Venedig eingeladen. Dieser kuratorische Konzeptkern wird eingebunden in einen Dialog mit Arbeiten namhafter zeitgenössischer Künstler, die sich ebenfalls mit der Vergänglichkeit beschäftigen. Der Dialog beschränkt sich nicht nur auf Werke der Malerei, Skulpturen und dreidimensionale Objekte, sondern auch ein audiovisuelles Werk ist in die Ausstellung integriert. Die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit der Werke und Materialien, in der die Auseinandersetzung zeitgenössischer Künstler*innen mit dem Thema Vergänglichkeit zum Ausdruck kommt, bietet den Besuchern die Möglichkeit darin tatsächlich die Schönheit des Vergänglichen zu erkennen. Die Malerei nimmt einen großen Platz in der Ausstellung ein, neben sehr renommierten Künstler*innen zeigt die Ausstellung aber auch junge Künstler*innen mit hochspannenden Werken.
Auch die Kintsugi Technik, eine traditionelle japanische Reparaturtechnik für
zerbrochene Keramiken ist in der Ausstellung zu sehn. In dieser Technik werden
Bruchstellen geklebt und mit Edelmetallpulver veredelt. Die Risse bleiben sichtbar und weisen darauf hin, dass Brüche zum Leben gehören, die Schönheit liegt im Unvollkommenen. Dies zeigt die Ausstellung in mannigfaltigen Werken und erlaubt den Besuchern eine Annäherung an das alle Menschen betreffende Thema der Vergänglichkeit, durch die darin zu entdeckende Schönheit.
Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Felicithas Arndt, Arscubis (Silvia Eisele & Achim Großmann), Arnoldus Bloemers, Bernard Buffet, Buja, Peter Dreher, Marc Felten, Hellena Hafemann, Jeppe Hein, Ottmar Hörl, Johannes Hüppi, Dieter Krieg, Eva Lenz-Collier, Benjamin Moravec, Mariele Neudecker, Arnulf Rainer, Lary Rauh, Rafael de la Rica, Melanie Richter, Marina Sailer, Eva Schaeuble, Pavel Schmidt, Luzia Simons, Koen Theys, Gavin Turk, Cornelius Völker, Susanne Wadle
Die unten angegebenen Beschreibungen entsprechen den Bildunterschriften.
Achim Großmann, Silvia Eisele, ArsCubis, Metamorphosis, Museum LA8
ArsCubis, Metamorphosis
Marina Sailer, Stillleben mit Karnevalsmaske
Stillleben mit Karnevalsmaske
Skulptur Felicithas Arndt “Madrepora I”
Skulptur Felicithas Arndt „Madrepora I“
Buja, How to say good night in Russian
Buja How to say good night in RussianDaniel Spoerri, Faux tableau piege, Serie Mosaiqueannee 50
Johannes Hüppi, Vanitas
Johannes Hüppi Vanitas
Helene Hafemann, Fadenschein Nr.4
Helene Hafemann, Fadenschein Nr.4
Luzia Simons, Stockage 187
Luzia Simons, Stockage 187
Rafael de la Rica, White
Rafael de la Rica, White
Eva Schaeuble Episode 7
Eva Schaeuble Episode 7
Gavin Turk Argon Candle
Gavin Turk Argon Candle
Cornelius Völker Kerze mit Eingelegtem
Cornelius Völker Kerze mit Eingelegtem
Peter Dreher Tag um Tag ist guter Tag
Peter Dreher Tag um Tag ist guter Tag
Das Museum LA8 an der Lichtentaler Allee in Baden-Baden ist einzigartig innerhalb der Museumslandschaft Deutschlands. Es widmet sich den Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhundert. Thematisch interessieren Bereiche wie die Fotografie, das Nebeneinander von Telepathie und Telefonie, die frühen visuellen Massenmedien, die ersten Touristen, das Papiergeld, aber auch soziale „Erfindungen“, wie die Kindheit, die Kleinfamilie oder die Schulpflicht, die Revolutionen der Kunst und die großen technischen Erfindungen. Zudem befasst sich das Museum mit Ideen-, und kulturhistorischen Themen wie mit den verschiedenen Facetten von weiblicher Kriminalität oder den Ansätzen der Lebensreformbewegung.
In diesen wechselnden Themenausstellungen wird deutlich, wie aktuell und wie nah uns das vorletzte Jahrhundert in vielem ist und wie damalige Erfindungen und Entwicklungen unsere Gesellschaft bis heute prägen. Kunst und Technik wurden oft als zwei Seiten einer Medaille verstanden. Die Ausstellungen befassen sich mit den bislang wenig beachteten Zusammenhang der beiden vermeintlichen Antipoden.
Das Begleitprogramm zu den Ausstellungen vertieft mit öffentlichen Führungen und Veranstaltungen die lebendige Begegnung mit diesem Jahrhundert, in dem u. a. Humboldt und Napoleon, Marx und Rothschild, Nietzsche und Bismarck, Liebig und Daimler lebten und wirkten.
Das Museum ist Teil des ebenfalls im März 2009 von der GRENKE-Stiftung eröffneten Kulturzentrums LA8 im historischen Anwesen an der „Museumsmeile“, der Lichtentaler Allee.
Hier finden Sie Texte und Bilder, die sich allgemein auf das Museum beziehen.
Lichtentaler Allee 8
76530 Baden-Baden
Tel. 0049 – 7221 9954015
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